DAS EHRENAMT IN EINEM VEREIN, PARTEI, INSTITUTION HEUTE
Junge Leute haben heute viele Möglichkeiten, ihre Freizeit zu gestalten. Kann es da eine Organisation in unserer Gesellschaft schaffen, in der heutigen Zeit junge Menschen für eine ehrenamtliche Mitarbeit zu bewegen? oder sogar für ein Vereinsleben langfristig zu begeistern?
Vorstand, ehrenamtliche ältere und jüngere Mitarbeiter, deutsche Mitglieder und junge Menschen mit ausländischem Hintergrund, die Zielgerichtet eine Berufsausbildung, ernstgemeinte Integration und eine Einbürgerung in die deutsche/europäische Zivilgesellschaft anstreben, sagen schon vorab:

Mit einer engagierten Jugend kommt neuer Wind in den Vorstand und wir haben einen wichtigen Grundstein für eine zukünftige Vereinsarbeit gelegt!
In vielen Vereinen sind die Ämter in den Vereinsvorständen fasst ausschließlich mit altgedienten Hasen besetzt und es finden sich kaum junge Leute in den Vorstandsreihen. Doch das muss nicht so bleiben. Denn auch Jugendliche sind immer bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren! Von selber passiert das allerdings nicht. Jugendliche wollen mit passenden Aufgaben angesprochen werden; nur so wachsen sie mit der Zeit in Führungsrollen und später Vorstandsposten hinein. Eine Verjüngerung ist keine Entwicklung , die sich von jetzt auf gleich vollzieht. Darum müssen sich alle Vorstandsmitglieder einig sein, das Jugendliche Großartiges leisten, wenn man ihnen nur Zeit lässt, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen.

Darum gilt:
jugendliche Ehrenamtliche werden immer herzlich willkommen geheißen
sie dürfen auch Fehler machen ohne gleich immer kritisiert zu werden,
sie drängen Aufgaben auf ihre Art und Weise zu erledigen
sie werden in Entscheidungen immer mit einbezogen
Ihre Meinung und Ansicht werden respektiert.
Nur eine offene und transparente Zusammenarbeit zwischen alten und neuen Mitgliedern beflügelt einen Lernprozess. Das bedeutet auch, das Jugendliche alters- und bedürfnisgerecht an Aufgaben und Mitarbeit herangeführt werden müssen, zu klar definierten Aufgaben. Z. B.
Jugendliche werden dem Leiter einer internationalen Jugendbegegnung als Assistent beigeordnet
schon bei der Planung und Vorbereitung sollen sie aktiv Mitarbeiten können.
beim Aufenthalt der Gruppe im Ausland auch Verantwortung abnehmen
Aufgabenteilung z.B. bei einem Workshop
Mitentscheidung bei der Einschätzung von selbständigen und unselbständigen Workshopteilnehmer/innen z.B. bei der Planung für einer eigenen Fahrradtour
ist er/sie als Leiter einer solchen Tour geeignet, gemeinsame Routenplanung, Verantwortungsbewusstsein zu übernehmen?
Gestaltung einer eigenen Jugendseite auf der Homepage, Öffentlichkeitsarbeit
Mitteilungen für Jugendliche z.B. über facebook erstellen etc.
Mitplanung bei Vereinsveranstaltungen, damit Belange und Ideen von Jugendlichen berücksichtigt werden
Die Jugendlichen wählen "ihren" Jugendsprecher. Eventuell wird der Jugendsprecher als Jugendvertreter in den Vorstand gewählt.
Wir müssen herausfinden wie Jugendliche heute ticken, was Jugendliche motiviert, sich für andere einzusetzen. Während Ehrenamtliche sich früher für viele Jahre in einem Verein aktivierten, sind sie heute sehr skeptisch für Monate oder Jahre eine feste Bindung einzugehen.

Hier hilft nur ein klares Konzept des Ehrenamts heute:
Die Aufgaben sind vielseitig, zeitlich befristet und beschreiben eine klare Function
Berücksichtigt werden muss, starkes Engagement, mehr Freizeit in den Sommerferien, Schulferien
je nach Alter bietet die schulischen und beruflichen Ausbildung mehr Freiraum für Aktivitäten - Freiraum zur allgemein persönlichen Entwicklung anbieten
Freiraum schaffen, um eigene Stärken und Fähigkeiten zur Selbstverwirklichung auszuprobieren
ausbildungsrelevante Kompetenzen anerkennen; das Ehrenamt motiviert eigene Professionalität
umfangreicher Einsatz von Jugendlichen rechtfertigt oft eine Prüfung für eine Ehrenamtspauschale Auch ist es wichtig zu wissen, was sich Jugendliche wünschen und warum sie sich ehrenamtlich engagieren wollen. Jugendliche äußern sich oft so.
auch möchte mit anderen Mensch zusammen kommen, am liebsten mit meinen Freunden oder anderen in meinem Alter
ich möchte mich in den Verein einbringen und die Chance nutzen, selbst etwas bewirken zu können, ohne dass mir gleich immer die Erwachsenen auf die Finger schaun.
es ist mir peinlich vom Vorsitzenden gelobt zu werden; danach, auch von anderen Mitgliedern gelobt zu werden, machte mich dann doch froh
bei meinem ersten selbständigen Einsatz war ich doch unsicher, war aber dann doch froh, als normale Mitglieder mir sagten: das machst du doch gut! Ich habe nie erwartet, dass mir so großes Vertrauen geschenkt wird
ich hätte nie gedacht, das mir der Verein eine Gelegenheit bieten würde eine Ausbildung als Gruppenhelfer machen zu können. Das hätte ich mir finanziell nie leisten können. Hier übt man z.B. wie man beim Streit in einer Gruppe zu Kompromissen findet, andere Meinungen akzeptiert oder sie einfach zulassen,Selbständigkeit der Teilnehmer fördern
Wenn ich die Prüfung bestanden habe, darf ich ganz selbstständig eine eigene Gruppe führen. Jugendliche macht es stolz, wenn ihnen Vertrauen entgegengebracht wird und sie Vorbild für andere seien können. Sie genießen die Wertschätzung desVereins und trauen sich immer mehr zu, eigene Kompetenzen zu entwickeln. Auch wenn es einige Jugendliche nie zugeben würden, ein Dankeschön,Anerkennung bei größeren Einsätzen einen Ausflug mit dem Jugendteam als Belohnung motivieren die Jugendlich mehrfach; - Aber noch ist es nicht so weit!
Jemand, der sich noch nie in einem Verein engagiert hat oder im Vereinsvorstand tätig war, hat keine Ahnung, dass und welche Hilfe tatsächlich benötigt wird. Jugendliche müssen erst einmal erfahren, dass sie gebraucht werden und ihre Unterstützung gewünscht ist. Wir müssen das Interesse für unsern Verein wecken, auch durch persönliche Ansprache.
Jugendliche sind heute leicht über die sozialen Medien zu erreichen. Nutzen wir die verschiedenen Kanäle, auf den unser Verein präsent ist, um die Interessen junger Menschen zu wecken: Auf der Vereins-Jugendhomepage, Facebook, WhatsApp, im Schaukasten im Stadtteil und am Vereinshaus, zeigen wir konkret den Bedarf an Helfern. Wir gehen auf jede Meldung ein, da vielen oft gar nicht bewusst ist, dass ihr Einsatz in Betracht kommt. Jeder Einsatz wird vorher durchgesprochen und was der Einsatz für den Verein, für die Jugendlichen und für sie selbst bedeutet. Es wird signalisiert, dass jederzeit Hilfe angeboten wird. Auch wird es eine Möglichkeit geben, über den Verein sich fortbilden zu lassen. Nach jedem Einsatz eines Ehrenamtlichen erfolgt eine Rückschau. Jeder Ehrenamtliche hat ein Recht darauf, persönliche Einschätzungen, Kritik und Vorschläge abgeben zu können und das in einem ebenbürtigen Kreis darüber gesprochen wird. Z. B. in der MV oder Vorstandssitzung!


Zum Schluss:
Ständigen Kontakt mit allen Mitgliedern und Ehrenamtlichen zu halten ist oft sehr Mühsam und zeitlich oft nicht möglich. Es bedeutet jedoch keinen Rückschritt, wenn sich ehrenamtliche Mitglieder nicht mehr engagieren, weil: Schule, Berufsausbildung, Beruf, Führerscheinmachen, Familie, Studium u.v.a.m. dies erforderlich macht.
Der Kontakt sollte jedoch weiter erhalten bleiben, - wenn erwünscht - durch Vereinsrundbriefe, Jubiläumszeitung, Vereinsveranstaltungen etc., bei verbleibender aktiver Mitgliedschaft natürlich auch zu allen Vereinsversammlugen.

Lothar Wyprsczyk, Vorsitzender des VDIJB e.V. - Oktober 2021
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